Anlässe

Unabhängig der hierarchischen Stufe, profitieren grundsätzlich alle Mitarbeiter – bis ins obere Management – von gelungener Teamarbeit. Typische Anlässe, um sich diesem Thema intensiver zu widmen, sind meistens:

  • Aus 2 oder mehreren Teams wird 1
  • Übernahme des Unternehmens
  • Neustrukturierung des Unternehmens
  • Integration neuer Mitarbeiter
  • Konflikte und ungelöste Herausforderungen
  • Veränderung bestehender Prozesse

…und in jedem Fall die dadurch die entstehenden negativen Emotionen, Ängste, Überforderung oder Stress, die ein effektives Arbeiten wesentlich erschweren oder im schlimmsten Fall unmöglich machen.

Sinnvolle Teamentwicklung verfolgt praktisch immer das Ziel, negative oder konfliktreiche Emotionen zu identifizieren, zu kanalisieren, loszulassen und dadurch eine komplexe Situation aufzulösen oder positiv weiter zu entwickeln. Letztendlich geht es immer gleichzeitig um die Sicherstellung von Zufriedenheit der Beteiligten auf der einen Seite und den wirtschaftlichen oder organisatorischen Erfolg auf der anderen Seite.

Ein Team muss ein Team sein, um ein Team werden zu können

Oft wird von „Team“ gesprochen, wenn mehrere Menschen in irgendeiner Form zusammenarbeiten (müssen) oder in einem Büro gemeinsam sitzen und vergleichbare Aufgaben haben. Für die Frage, ob eine „Teamentwicklung“ sinnvoll oder überhaupt nachhaltig möglich ist, ist es wichtig, zunächst zu klären, was ein Team überhaupt ist.

Ob die beiden oben genannten Konstellationen überhaupt Teams (als sinnvolle Einheit für eine Teamentwicklung) darstellen, ist aber keineswegs selbstverständlich.

Ein Team zeichnet sich nämlich durch drei wesentliche Faktoren aus: Die betreffenden Menschen verbinden erstens ein gemeinsames Ziel bzw. gemeinsame Ziele, zweitens ein gemeinsamer Prozess und drittens sich dadurch ergebende Abhängigkeiten untereinander.

Zu Ende gedacht heißt das, dass ein sich Team rein definitorisch auch über Bereichs- oder Abteilungsgrenzen hinweg ergeben kann. Beispielsweise können Mitarbeiter aus der Werkstatt, dem telefonischen Kundenservice und der Logistik ein Team bilden, weil Sie an einer gemeinsamen Wertschöpfungskette arbeiten. Diese Sicht auf eine „Team“ ist in Unternehmen oft nicht klar. Der gemeinsame, übergreifende Prozess kann in diesem Beispiel z. B. „Reklamationsbearbeitung“ heißen. Das übergreifende, gemeinsame Ziel wäre die Zufriedenheit des Kunden, der reklamiert hat und die Abhängigkeit besteht darin, dass die Kollegen untereinander untrennbar auf die effektive Vor- und Zuarbeit des Anderen angewiesen sind. Allein kann keiner etwas ausrichten. In einem solchen Fall kann eine durchdachte Teamentwicklung letztlich einen existenziell entscheidenden Beitrag zur Reputation des Unternehmens und damit zum Unternehmenserfolg leisten.

 

Umgekehrt ergibt sich, dass z. B. die Mitarbeiterinnen einer Abteilung einer Versicherung dann kein Team darstellen, wenn die eine Kollegin die Kunden mit den Anfangsbuchstaben A bis D bearbeitet, die nächste E bis H, die übernächste I bis L usw. – in diesem Fall fehlt zum Beispiel die prozessuale Abhängigkeit untereinander.

 

Warum sind die Definition bzw. das Erkennen, was ein Team ist und was nicht, überhaupt relevant? Weil eine Gruppe von Menschen, die kein Team darstellen, das der o. g. Definition genügt, keinen inneren, nachhaltigen Antrieb haben, durch eine Teamentwicklung etwas an der Zusammenarbeit zu ändern. Die erwähnten Kolleginnen der Versicherungsabteilung treiben zwar möglicherweise die typischen „Fenster-auf-Fenster-zu“-Konflikte um. Aber das wäre keine ausreichende oder sinnvolle Grundlage für eine ggf. aufwändige Teamentwicklung. In diesem kleinen Beispiel könnte es bereits helfen, wenn eine Kollegin einfach nur in das Nachbar-Büro wechselt.

 

Erfolgskritische Eckpunkte für ein erfolgreiches Team

 

Menschen, die erfolgreich im Team arbeiten, wissen um die gemeinsame Stärke, was die Schwäche eines jeden Einzelnen beinhaltet. Gemeinsame Werte, Sprache und ein Wir-Gefühl sind nur einige Merkmale. Kritik wird konstruktiv geäußert, die Selbstführung eines jeden Einzelnen ist in einem hohen Maß gegeben, Differenzen werden offen und direkt angesprochen. Jedes Teammitglied trägt zu 100% die eigene Verantwortung, Machtspiele sind überflüssig. Eigenverantwortlichkeit, ein hohes Maß an Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen sind selbstverständlich.

In einem gesunden und starken Team ist nicht die Führungskraft die treibende Kraft, sondern alle beteiligten Mitarbeiter. Hierarchie spielt hier keine weitere Rolle, da jeder dazu angeregt wird, sich einzubringen und nur so auch wirkliche Teamarbeit auf Dauer gelingen kann.

Auch hier lohnt eine kleine Aufzählung von Komponenten für den geschärften Blick auf die erfolgskritischen Ansatzpunkte für einen solchen Teamerfolg im Sinne der eben beschriebenen Auswirkungen. Eine Teamentwicklung sollte sich immer auf diese drei zentralen Säulen beziehen, die alle direkt voneinander abhängen und sich gegenseitig beeinflussen:

  1. Identifikation (mit dem Team und der gemeinsamen Aufgabe)
  2. Vertrauen (z. B. in die Kollegen, die gemeinsame Wirksamkeit, usw.)
  3. Strukturen (Prozesse, Verantwortlichkeiten, Jour fixes, Feedbackregeln, usw.)

Sind einige oder gar alle Aspekte nicht gegeben oder mangelhaft ausgeprägt, so ist der Nutzen der Teamentwicklungsphase besonders hoch, aber auch zwingend erforderlich.

Die gemeinsamen Stärken und Werte auszubauen, ein gemeinsames Fundament zu schaffen und so die Basis für eine konstruktive Weiterentwicklung zu legen, das ist hier oberste Priorität. Eine geplante Teamentwicklung sollte dabei immer klar machen, inwiefern sie sich systematisch und methodisch nachvollziehbar um die drei Säulen kümmert.

Oft werden in Teamentwicklungen allerdings die drei Eckpunkte als Fundament für gute Teamarbeit nicht konsequent behandelt, weil sie von dem Team selbst, dem Management – oder mindestens genauso kritisch – vom externen Teamcoach – nicht als erfolgskritisch erkannt wurden. Manchmal werden in Situationen, die als emotional verbesserungswürdig empfunden werden, nur scheinbar bewährte und immer noch angewandte Methoden probiert, wie zum Beispiel „Klettergarten“, „Gemeinsames Floß-Bauen“ und Ähnliches. Derartige Events machen zwar oft Spaß und können sehr wohl zur Auflockerung des Betriebsalltags oder als Incentive nach einer schwierigen, erfolgreichen Phase eingesetzt werden. Aber als nachhaltige Maßnahme zur effektiven Teamentwicklung sind sie leider ungeeignet.

Teamentwicklung ist eine zielführende Methode zur (proaktiven) Verbesserung der Zusammenarbeit und der Motivation im Team, von der Führungskraft und Mitarbeiter gleichermaßen profitieren, wenn wirklich wesentliche Erkenntnisse berücksichtigt und methodisch gekonnt umgesetzt werden.

Ich wünsche dabei viel Erfolg!

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