Für den Erfolg eines Team ist auch die Rollenverteilung innerhalb dessen sehr wichtig. Die gemeinsame Festlegung und Akzeptanz von Rollen innerhalb des Teams haben zwei wichtige Effekte:

1. Rollen im Team

In einer Gruppe von Menschen gibt es immer unterschiedliche Typen. Menschen sind unterschiedlich in ihrem Auftreten, in ihrer Kommunikationsfreudigkeit, in ihrem Know-How. Das kann dazu führen, dass es immer wieder dieselben Personen sind, die den Ton angeben, die andere Team-Mitglieder aufgrund ihrer stärkeren Präsenz überstimmen, und die Inhalte von Aufgaben, das erwartete Arbeitstempo oder Entscheidungen vorgeben. Das kann bewusst oder unbewusst passieren und auf beiden Seiten zu Frustrationen führen. Bei demjenigen, der regelmäßig vorneweg marschiert, kann das Gefühl aufkommen, auf Dauer überfordert zu sein, weil immer er oder sie „sich um alles kümmern“ müsse oder „zu wenig Unterstützung von den anderen“ erhalte.

Bei demjenigen, der eher zurückhaltend agiert, kann sich z. B. ein störendes Gefühl von „Unterdrückung“ oder mangelnder Würdigung der eigenen Beiträge einschleichen. Alle solche emotionalen Entwicklungen wären hinderlich für die erfolgreiche Team-Arbeit und können in unterschwellige oder auf Dauer sogar offene Konflikte führen.

Wenn in einem Team jedoch eine klare Rollenverteilung entwickelt wurde, die dem Können und den Bedürfnissen der einzelnen Team-Mitgliedern entgegenkommen, bietet das eine enorme Chance, alle vorhandenen Stärken und Fähigkeiten in einem Team möglichst optimal auszuschöpfen.

2. Rollenverteilung zwischen Führungskraft und Team

Oft ist es das Team gewohnt, bestimmte Entscheidungen oder Bewertungen bei der zuständigen Führungskraft „abzuholen“ oder sich darauf zu verlassen, dass Rahmenbedingungen oder Zulieferungen an Ressourcen durch die Führungskraft geregelt werden. Das kann die autarke, motivierte Arbeit des Teams behindern. Bestenfalls führt es zu Passivität, weil es sich darauf verlässt, dass die Führungskraft schon dafür sorgen wird, dass alles gut läuft. Schlechter wäre sogar der Fall, dass es im Team Ärger oder Widerstand gibt, wenn die Führungskraft wiederholt von außen hineinregiert.

Die Lösung liegt in einer klaren Aufgabentrennung. Dabei zieht sich die Führungskraft aber weder völlig zurück und überlässt das Team sich selbst, noch bleibt sie ein undefinierter Teil des Teams. Stattdessen kann sie für strukturelle Sicherheit und Klarheit bei der Einbindung des Teams in das übrige Unternehmen sorgen, sie kann die persönliche Entwicklung der einzelnen Team-Mitglieder als vertrauensvoller „Coach“ vorantreiben und sie kümmert sich um die Weiterentwicklung des Geschäfts auf einer übergeordneten Ebene. Das Verhalten der Führungskraft zeichnet sich also bestenfalls dadurch aus, dass es dem Team sowohl Raum, als auch Halt gewährt.