Nein sagen als Führungskraft, das ist gar nicht immer leicht. Lesen Sie, wie Sie es als Vorgesetzte:r schaffen, Ihren Mitarbeitenden gegenüber „Nein“ zu sagen. Und wie Sie Fragen nutzen können, um Grenzen zu setzen. 

Nein sagen als Führungskraft heißt Verantwortung zu übernehmen

Kein Mensch geht gerne das Risiko ein, nicht gemocht zu werden. Sie als Vorgesetzte:r machen da vermutlich keine Ausnahme. Wir Menschen sind soziale Wesen und möchten, dass unser Team uns super findet und unsere Mitarbeiter:innen von uns in den schönsten Tönen erzählen. Am liebsten würden wir sogar den „Arbeitgeber-des-Jahres-Award“ gewinnen. Logisch. Das Wort „Nein“ passt bei oberflächlicher Betrachtung nicht in diesen Reigen, assoziieren wir damit doch zunächst Begriffe wie Ablehnung oder Grenze. Tauchen Sie mit mir ein wenig unter die Oberfläche, werden Sie schnell erkennen, dass Nein ein ganz wunderbares Wort ist, dass nicht genug ausgesprochen werden kann, ganz besonders von Ihnen als Führungskraft. 

Ich passe auf mich auf. 

Was nun etwas geschwurbelt daherkommt, ist echtes und gelebtes Selbstmanagement. Wir können nicht den 22. Ratgeber dazu lesen, wenn wir nicht auch in die Umsetzung kommen. Sie als Vorgesetzte:r sind auch Vorbild. Wenn Sie also nicht “neinsagen können, wie sollen Ihre Mitarbeitenden lernen, was Sie wollen – und was nicht?  Wenn Sie nicht sagen, wo Ihre Grenzen erreicht sind, wie sollen es Ihre Mitarbeiter erkennen? Im Jahr 2021 reden wir von Leadership, aber versagen schon in den kleinen Momenten, in denen es gilt, Haltung zu zeigen.

„Nein, lieber Mitarbeiter, ich möchte das so nicht mehr!“ 

Wenn Sie als Führungskraft schlecht nein sagen können, weil Sie gerne gemocht werden wollen, weil Sie Angst vor den negativen Konsequenzen haben. Oder vielleicht, weil Sie selbst dazu als Kind bereits angehalten wurden „zu gefallen“, dann finden Sie viele oberflächliche Tipps im Netz. Wir tauchen jedoch etwas weiter ab und schauen ein wenig hinter Ihre Kulissen. 

  • Kennen Sie den Grund, weshalb Sie nicht nein sagen wollen? Genau. Es ist eine Entscheidung. Ist Ihnen dies bereits bewusst? 
  • Was haben Sie bereits getan und unternommen? Haben Sie Druck sich selbst gegenüber aufgebaut? 
  • Haben Sie sich verteufelt, weil Sie es nicht schaffen, ein Nein zu kommunizieren? 
 

Sind Sie bereit für eine neue Erfahrung? Auf eine kleine, vielleicht in diesem Zusammenhang, etwas ungewöhnliche Übung? Sind Sie bereit, sich neue Fragen zu stellen, um andere Antworten zu finden? Möchten Sie wissen, was dem nicht „nein sagen können“ wirklich im Weg steht? Und wie Sie all dies Schritt für Schritt klären können? Nicht mit Hokuspokus, sondern mit Klarheit und Struktur? Ich habe Ihnen eine kleine Anleitung für eine noch kleinere (Meditations-) Übung erstellt.

Ja, das ist etwas ungewöhnlich. Meditation und Nein sagen, das hat nichts miteinander zu tun, meinen Sie? Ich hätte Ihnen früher zugestimmt. Seit ich aber weiß, was einige bewusste Atemzüge bewirken können, empfehle ich, sich nur einige Minuten Zeit zu nehmen, zu atmen und sich 3 Fragen zu stellen. Ganz für sich allein. Nehmen Sie sich, Ihre Bedürfnisse und Grenzen ehrlich wahr. Wenn Sie beginnen, sich selbst wirklich wahrzunehmen, Ihre Emotionen und die damit untrennbar verbunden körperlichen Reaktionen, wird es Ihnen mittelfristig immer leichter fallen, nein zu sagen. Weil Sie Ihr persönliches Ja finden. Weil Sie verstehen, dass „gefallen wollen“ und Ablehnung eine von Ihnen in Ihrem Gehirn und Ihren Gedanken konstruierte „Wahrheit“ ist, ohne Realitäts-Check im Außen. Weil Sie zu sich stehen, bei sich sind, und dadurch mutig sind, Ihrer eigenen Wahrheit ins Gesicht zu sehen.

Und als Folge werden Sie klar und gelassen genug sein, Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen freundlich und selbstbewusst ein „Nein“ zu entgegnen, wenn Ihre Grenzen es erfordern.