Bei der Nachfolgeplanung im Familienunternehmen treten sehr häufig Probleme auf, wobei es oft die gleichen sind, die Unternehmern den Wechsel erschweren. Die typischen Schwierigkeiten haben emotionale Ursachen, weil es in den Familien oder Unternehmen traditionell oft nicht geläufig war, über Emotionen, Ängste oder persönliche Bedürfnisse offen zu sprechen.

1.    Die Unternehmensnachfolge wird sich von alleine regeln

Es ist klar, dass es einen Wechsel geben wird, das Konzept dafür fehlt. Oft fühlt der aktuelle Unternehmer sich noch nicht alt genug, weiß, dass Probleme auf ihn zukommen, denen er sich noch nicht stellen möchte oder aber die neue Generation ist in seinen Augen noch nicht in der Lage, die Geschäfte zu übernehmen. Hier spielen Faktoren wie Vertrauen und Angst vor dem Loslassen eine überragende Rolle

  1. Die Angst des Unternehmers

Der anstehende Wechsel bereitet dem Unternehmer große Sorgen, er müsste mit seinen Kindern oder anderen Familienmitgliedern kommunizieren, macht dies aber nicht aus o.g. Gründen. Oft stehen klaren unternehmerischen Interessen aber auch Familien-Werte wie z. B. „Gerechtigkeit“ oder schlicht die fürsorgende Liebe zu unternehmerisch scheinbar benachteiligten Kindern entgegen.

  1. Keine individuelle Regelung

Die Übergabe soll nach Plan laufen, doch es gibt kein Patentrezept. Was sich logisch liest, erweist sich in der Praxis immer wieder als große Hürde. Fakt ist, dass eine Übergabe nur individuell gestaltet werden kann, unter Berücksichtigung aller Interessen und Faktoren, die für einen (Generationen-) Wechsel sinnvoll sind. Hier sind oft auch Konflikte zwischen Familienmitgliedern zu erkennen, offen anzusprechen und respektvoll zu klären. Transparenz und Mut für einen klaren Plan sind hier erfolgskritisch. Zur Klärung von Interessen und Beilegung von Konflikten hat sich das Hinzuziehen eines Mediators oder Coaches regelmäßig bewährt.

  1. Der unbekannte Faktor

Nichteheliche Kinder, ein Testament, das mit der Übergabe nicht konformgeht, Streit der Geschwister-Kinder, andere Führungskräfte, die nicht mit dem Senior an einem Strang ziehen. Eine Vielzahl von Faktoren kann dazu führen, dass eine Übergabe mehr als schwierig ist. Auch hier gilt wieder: Innere Klarheit und die Konzentration auf wesentliche unternehmerische und familiäre Interessen helfen, einen sinnvollen Plan durchzusetzen.

  1. Mangelnde Kommunikation

Der letzte Punkt, der über alles entscheidet, der Konflikte zu Krisen werden lässt, der darüber entscheidet, wie schnell, wie gut und wie professionell eine Übergabe stattfindet, ist die umfassende und transparente Kommunikation. Dies betrifft sowohl die Kommunikation innerhalb der Familie, als auch vom Senior zu seinen Führungskräften, vom Nachfolger zu den Teams. In alle Richtungen sind gute Kommunikation und Klarheit gefordert. Dies zu leben ist besonders in der Nachfolgeregelung immer wieder eine große Herausforderung für alle Beteiligten.