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	<title>GFK Archive - Joachim Nickelsen</title>
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	<description>Management-Coach, Speaker, Autor</description>
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		<title>Gute Kommunikation beginnt mit Wahrnehmung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Kay Lüddecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 09:40:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit und Führung]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Gewaltfreie Kommunikation wird häufig als Gesprächstechnik verstanden. Tatsächlich beginnt sie deutlich früher.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[ <p class="kt-adv-heading17583_c5f002-94_0 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading17583_c5f002-94_0">Gewaltfreie Kommunikation wird häufig als Gesprächstechnik verstanden. Tatsächlich beginnt sie deutlich früher. Sie entsteht aus einer inneren Haltung, die geprägt ist von Aufmerksamkeit, Selbstführung und dem aufrichtigen Interesse, den anderen Menschen wirklich verstehen zu wollen.</p>    <p class="kt-adv-heading17583_c5f002-94_1 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading17583_c5f002-94_1">Viele Konflikte entstehen nicht durch das, was tatsächlich gesagt wurde. Sie entstehen durch das, was zwischen den Zeilen vermutet wird. Menschen interpretieren Gesten, Worte oder Blicke. Sie ergänzen fehlende Informationen mit eigenen Erfahrungen und gelangen oft zu einer Überzeugung, die mit der Realität wenig zu tun hat.<br><br>Im Alltag geschieht dieser Prozess meist unbewusst. Eine Bemerkung wird als Kritik verstanden. Schweigen wird als Ablehnung interpretiert. Eine kurze E-Mail wirkt unfreundlich. Aus einer Vermutung wird Schritt für Schritt eine vermeintliche Gewissheit. Je häufiger sich diese Gedankenspirale fortsetzt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit für Missverständnisse und Konflikte. Gerade in Organisationen entfalten Interpretationen eine enorme Wirkung. Entscheidungen verzögern sich, Vertrauen nimmt ab und Gespräche verlieren an Offenheit. Häufig wird dann über Positionen diskutiert, obwohl die eigentliche Ursache viel tiefer liegt.<br><br><strong>Kommunikation braucht eine innere Haltung</strong><br><br>Wer konstruktiv kommunizieren möchte, benötigt deshalb zunächst etwas anderes als die richtigen Worte. Entscheidend ist die eigene Haltung.<br>Der Psychologe Marshall Rosenberg hat mit der Gewaltfreien Kommunikation einen Ansatz entwickelt, der bis heute weltweit Anwendung findet. Im Mittelpunkt steht dabei nicht eine Gesprächstechnik, sondern eine Form der inneren Haltung. Sie beginnt mit der Bereitschaft, Situationen zunächst wahrzunehmen, bevor sie bewertet werden. Genau hier schließt sich der Kreis zu Selbstführung und Achtsamkeit. Wer gelernt hat, die eigenen Gedanken und Emotionen bewusst wahrzunehmen, entwickelt einen kleinen, aber entscheidenden Abstand zwischen Wahrnehmung und Interpretation. Dieser Moment schafft Raum für Klarheit.<br>Anstatt sofort auf eine Situation zu reagieren, entsteht die Möglichkeit, zunächst genau hinzusehen. Was ist tatsächlich passiert? Was wurde wirklich gesagt? Welche Beobachtung lässt sich objektiv beschreiben? Diese Form der Aufmerksamkeit verändert bereits den Beginn eines Gesprächs.</p>    <p class="kt-adv-heading17583_00a4f4-03_0 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading17583_00a4f4-03_0"><strong>Vom Vorwurf zum Dialog</strong></p>    <p class="kt-adv-heading17583_00a4f4-03_1 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading17583_00a4f4-03_1">Viele Gespräche scheitern bereits im ersten Satz, weil Bewertungen und Interpretationen den eigentlichen Sachverhalt überlagern. Wer beispielsweise sagt: „Sie sind unzuverlässig&#8220;, beschreibt keine Beobachtung, sondern eine Bewertung. Das Gegenüber wird sich meist erklären oder verteidigen. Das Gespräch entwickelt sich schnell zu einer Auseinandersetzung darüber, wer recht hat.</p>    <p class="kt-adv-heading17583_00a4f4-03_3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading17583_00a4f4-03_3">Anders wirkt eine Kommunikation, die bei der eigenen Wahrnehmung beginnt. Sie beschreibt zunächst das, was konkret beobachtet wurde. Anschließend wird deutlich gemacht, welche Wirkung diese Situation auslöst und welches Bedürfnis dahintersteht. Erst danach richtet sich der Blick auf die gemeinsame Lösung. Durch diese Struktur verändert sich die Qualität des Gesprächs. Der Austausch wird nachvollziehbarer, weil beide Seiten verstehen können, worauf sich das Gegenüber bezieht. Missverständnisse verlieren an Kraft. Gemeinsame Lösungen werden wahrscheinlicher.</p>    <p class="kt-adv-heading17583_00a4f4-03_4_0 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading17583_00a4f4-03_4_0"><strong>Zuhören schafft Verbindung</strong></p>    <p class="kt-adv-heading17583_00a4f4-03_4_1 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading17583_00a4f4-03_4_1">Ein weiterer Schritt wird häufig unterschätzt: die Pause. Nachdem die eigene Sichtweise beschrieben wurde, beginnt der vielleicht wichtigste Teil eines Gesprächs. Zuhören. Nicht, um sofort zu antworten. Nicht, um Gegenargumente zu finden. Sondern um wirklich zu verstehen.<br>Erst wenn beide Perspektiven sichtbar werden, entsteht ein gemeinsames Bild der Situation. Aus diesem Verständnis heraus lassen sich Lösungen entwickeln, die von beiden Seiten getragen werden. Gerade Menschen mit Verantwortung unterschätzen häufig, wie stark ihre eigene Art zu kommunizieren den Verlauf eines Gesprächs beeinflusst. Jede Bewertung, jede Unterstellung und jede Verallgemeinerung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Gegenüber zurückzieht oder verteidigt. Offenheit entsteht dagegen dort, wo Menschen erleben, dass ihre Sichtweise gehört werden darf.</p>    <p class="kt-adv-heading17583_00a4f4-03_4_5 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading17583_00a4f4-03_4_5"><strong>Selbstführung als Grundlage wirksamer Kommunikation</strong></p>    <p class="kt-adv-heading17583_00a4f4-03_4_6 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading17583_00a4f4-03_4_6">Die Qualität eines Gesprächs beginnt lange vor dem ersten gesprochenen Satz. Wer sich selbst gut wahrnimmt, erkennt schneller, welche Emotionen gerade wirken. Ärger, Unsicherheit oder Enttäuschung müssen dann nicht unbewusst das Gespräch bestimmen. Sie dürfen wahrgenommen werden, ohne sofort in Worte oder Reaktionen überzugehen. Genau darin liegt der eigentliche Wert von Selbstführung. Sie schafft die Voraussetzung für eine Kommunikation, die Klarheit, Respekt und Verbindung ermöglicht.<br>Für Menschen in Verantwortung gewinnt diese Fähigkeit weiter an Bedeutung. Teams erwarten Orientierung, Vertrauen und einen offenen Austausch. Gleichzeitig nehmen Komplexität und Veränderung weiter zu. Umso wichtiger wird die Fähigkeit, Gespräche so zu führen, dass Verständnis entstehen kann.</p>    <p class="kt-adv-heading17583_00a4f4-03_4_10 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading17583_00a4f4-03_4_10">Gewaltfreie Kommunikation ist deshalb weit mehr als ein Gesprächsmodell. Sie ist Ausdruck einer Haltung, die auf Selbstführung, Präsenz und gegenseitigem Verständnis basiert. Gerade für Menschen in Verantwortung wird sie zu einer entscheidenden Zukunftskompetenz. Denn dort, wo Bewertungen durch Beobachtung ersetzt werden und echtes Zuhören gelingt, entsteht die Grundlage für Vertrauen, Zusammenarbeit und nachhaltige Wirksamkeit.</p> ]]></content:encoded>
					
		
		
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